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Abschwimmen 2017 im Heljensbad, 30. September + 1. Oktober

Samstag ab 18.00 Uhr Lichterfahrt, Sonntag 11.00 - ca. 17.00 Uhr Abschwimmen.


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/ Tipps und Kniffe

 

Lichterführung bei Schiffsmodellen

Hallo liebe Modellbaufreunde!    

 

(von Peter Janutta, Pressesprecher MSH  und seit 40 Jahren Modellbauer)

 

In dieser Abhandlung möchte ich mal etwas  Licht in das Dunkel des Themas Beleuchtung / Lichterführung bei Modellschiffen bringen, da viele von uns naturgetreue Modelle bauen, geht das natürlich nicht, ohne die Verhältnisse bei den großen Vorbildern zu betrachten.

 

Wer in vielen Stunden in der Kellerwerft sein Schiffsmodell bis in das letzte Detail liebevoll nachgebildet hat, möchte natürlich sozusagen als Tüpfelchen auf dem I auch für eine angemessene Beleuchtung für die Fahrt in den Abend- und Nachtstunden sorgen- (die Modellbauer in Heiligenhaus veranstalten z.B. jedes Jahr im Herbst ein spezielles Nachtfahren der beleuchteten Modelle). Hierbei zählt jedoch nicht die Devise je Mehr,desto besser,  schließlich betreiben wir SCHIFFSMODELLE und keine schwimmenden Weihnachtsbäume, schlimmer noch, einige Signale schließen sich sogar gegeneinander aus, z.B. FAHRBELEUCHTUNG zusammen mit ANKER-LICHT,  das ist gerade so, als würde die Verkehrsampel gleichzeitig GRÜN + ROT zeigen!!!

 

Aber der Reihe nach, wie sieht es aus bei den Großen?

 

Die Lichterführung ist dazu gedacht, die Schiffe bei Nacht zu erkennen und Informationen über den Kurs des Schiffes, die Art (Fischkutter, Schlepper, Lotsenfahrzeug usw.) zu geben sowie den jeweiligen Betriebszustand zu erkennen (in Fahrt, vor Anker, auf Grund, manövrierbehindert usw.) Zu diesem Zweck werden sogenannte  Sektorenlichter und Rundumlichter eingesetzt. Rundum- oder Vollkreislaternen sind wie der Name schon sagt Rundum zu sehen (in der Praxis steht natürlich bei Original und Modell meist ein Mast im Weg, diese Abschattung darf nicht mehr wie 6 Grad betragen) Die Sektorenlampen sind dagegen nicht von allen Seiten zu sehen, Ihre Sichtbarkeit in Bezug auf die Schiffslängsachse ist eingeschränkt und ermöglicht daher einem Betrachter außerhalb des Schiffes Rückschlüsse auf den Kurs den Schiffes in Bezug auf den eigenen Standort. (von Links nach Rechts, von Rechts nach Links, Frontal entgegen, Gerade weg und diverse Zwischenstufen)

 

Zur Grundausstattung von Schiffen mit Originallänge über 7 Meter bis 50 Meter (da sind wohl die meisten Schiffsmodelle einzuordnen) gehören die folgenden Sektorenlichter:

 

An STEUERBORD (das ist in Fahrtrichtung RECHTS) ein GRÜNES Sektorenlicht mit 112,5 Grad Sichtbarkeit.

 

An BACKBORD (das ist in Fahrtrichtung LINKS) ein ROTES Sektorenlicht mit ebenfalls 112,5 Grad Sichtbarkeit.

 

Ein TOPPLICHT am Mast mit weißer Farbe (Klarglas) und 225 Grad Sichtbarkeit.

 

Ein HECKLICHT mit weißer Farbe (Klarglas) und 135 Grad Sichtbarkeit.

 

Aus der Anordnung ergibt sich nun je nachdem wie viele dieser Lichter vom Beobachter zu erkennen sind Position und Kurs des jeweiligen Schiffes.

 

Bei Schiffen unter 7 Meter Länge (und bis 7 Knoten Geschwindigkeit) genügt ein weißes Rundumlicht, bei Schiffen über 50 Meter Länge kommt ein 2.Topplicht dazu, welches zudem höher wie das vordere angeordnet sein muß.

 

Das wäre soweit die Standard-Lichterführung für ein fahrendes Schiff, (wie beim Auto die Scheinwerfer und die Rücklichter), aber das ist natürlich noch nicht alles.

 

Um nun ein spezielles Schiff anzuzeigen (Fähre, Fischkutter, Lotsenfahrzeug, Behördenschiff) oder einen speziellen Betriebszustand zu signalisieren (auf Grund, vor Anker, fischend, Schleppzug) kommen weitere, meist VOLLKREISLATERNEN zum Einsatz (zum Beispiel Auto zurückkommend: Warnblinkanlage, Standlicht, Rückfahrscheinwerfer, gelbes oder blaues Warnlicht)

 

Um hier nur einige zu nennen:

 

1) Vor Anker oder an der Pier: Schiffe unter 50 Meter  1 weiße 360 Grad Vollkreislaterne (=  Ankerlicht) dazu KEINE WEITEREN LAMPEN, Schiffe über 50 Meter müssen eine 2. Ankerlampe achtern (hinten) setzen.

 

2) Fischereifahrzeuge (Schleppnetzfischer wie Krabbenkutter, Hecktrawler) 2 Zusatzsignale zur Standard-Positionsbeleuchtung  1 grüne Vollkreislaterne ÜBER 1 weiße Vollkreislaterne, Fischer ohne Schleppnetz ROT über WEISS

 

3) Bei Schleppzügen zeigt der Schlepper 2 Topplichter übereinander, bei Schleppzügen über 200 Meter Länge 3 Topplichter, zusätzlich zeigt der Schlepper ein 2. GELBES Hecklicht 135 Grad, bei Manövrierbehinderung kommen dazu Vollkreis ROT-WEISS-ROT übereinander (daher haben Schlepper immer so unverschämt viele Navigationslaternen, die bei der Nachbildung dieser Schiffe so in´s Geld gehen, aber der Vorteil ist, dass man fast Alle auch gemeinsam leuchten lassen darf)

 

4) Einsatzfahrzeuge im Einsatz (Wasserschutzpolizei, Küstenwache, Seenot-Rettungskreuzer, Zoll)  zeigen ein blaues Blinklicht 360 Grad (hier FUNKELLICHT genannt) zusätzlich zum Standard  (wie auf der Straße)

 

Das waren wohl die wichtigsten Bespiele um unsere normalen Modelle abzudecken.

 

Daneben haben die meisten Schiffe natürlich noch Arbeitsbeleuchtung in Form von Deckstrahlern, Suchscheinwerfer, Salingsleuchten etc. die im Original nur bei Bedarf verwendet werden dürfen und nichts mit der Navigationbeleuchtung zu tun haben. Das darf natürlich bei unseren Modellen auch ohne akuten Bedarf brennen, aber es sollte zumindest getrennt geschaltet werden können!!

 

Mittlerweile sind im Modellbauhandel in verschiedenen Maßstäben Laternen mit den korrekten  Sektoren und Farben erhältlich (gab es Jahrzehnte lang nicht zu kaufen, da hatte immer das Hecklicht die gleichen -falschen- Sektoren wie das Topplicht), auch die Nachbildung der Fresnel-Linse zur Lichtverteilung/Lichtbündelung wird nun genau nachgebildet - wer Bezugquellen genannt haben möchte, kann gerne eine Mail (siehe Impressum) schreiben.

 

Als Lichtquelle bieten sich Miniaturlämpchen oder Leuchtdioden an, für Vollkreislaternen sind Glühlämpchen besser geeignet wegen der sektorenfreien Lichtabgabe -für Scheinwerfer eignen sich die Superhellen weißen LED sehr gut.

LED werden schon mit bis zu 5 Watt und mehr Leistung geliefert -das sind schon fast Laser , von so starken Scheinwerfern haben wir bis vor einigen Jahren nur geträumt mit unseren 100 Milliampere-Birnchen in den Such-Funzeln !!!!!

 

Wer den separaten Akku für die Beleuchtung sparen will (oder muß -Gewicht) kann den Betriebsstrom für die Laternen/ Scheinwerfer aus dem Fahrakku abzweigen (passende Spannung natürlich Vorausgesetzt, sonst bleibt es trübe oder wird sehr hell, -aber nur ganz kurz). Das gibt dann aber bei Hebel auf den Tisch (Voll-Voraus) durch den Spannungseinbruch im Akku ein deutliches  Funzeln der Lampen, um das zu vermeiden hat sich die Vorschaltung eines Spannungsreglers/Konstanthalters bewährt, ein Bauteil um die 2.- EURO im Elektronik-Shop/Versand, hier muß die Eingangsspannung 1-2 Volt höher wie die Abgabespannung sein, bei sog. Low-Drop-Reglern genügen 0,5 -1 Volt,  so lassen sich bei einem 5 Volt Regler gut (6 Volt-) Lampen mit aus den 6 Volt Fahrakku versorgen, das klappt bei meinen Modellen seit Jahren problemlos, je nach Belastung (Anzahl der Lampen) Reglertyp auswählen und ggf. auf einen Kühlkörper montieren. Bei LED den passenden Vorwiderstand nicht vergessen!

 

Ich hoffe, das dem einen oder anderen Modellkapitän nun ein Licht aufgegangen ist und meine Betrachtungen hilfreich waren - Fortsetzung zu anderen Themen folgt!

 

In diesem Sinne nun stets den üblichen Zentimeter (Stauteich-) Wasser unter dem Kiel auf bis zur nächsten Nachtfahrt mit originalgetreuer Navigationbeleuchtung!!

 

Peter Janutta (Pressesprecher MSH) im April 2007

 

(Alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr!)

 

 

 

 

 

 

 


   
 
 
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